„Nachhaltigkeits- und Klimastrategie – Vom Reden ins Tun kommen!


11.06.2021 Innsbruck Politik, Umwelt

Die im Mai von der Landesregierung beschlossene Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie dient als Wegweiser für die langfristige Gestaltung des Landes in den Bereichen nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Klimawandelanpassung. Die Ziele reichen vom Ausstieg fossiler Energieträger über den Ausbau und die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs bis hin zum Übergang zu einem innovativen, ressourceneffizienten, kreislauforientierten Wirtschaftssystem. Ein Schwerpunkt liegt auch im Bereich ökologisches und energieeffizientes Bauen, unter Berücksichtigung regionaler Ressourcen


Die Strategie bildet den Rahmen für eine nachhaltige und klimaneutrale Landesentwicklung und nimmt dabei das Jahr 2030 in den Fokus.

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„Nachhaltigkeits- und Klimastrategie – Vom Reden ins Tun kommen!
„Mit der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie liegt uns ein Kompass vor, mit dem wir Tirol in eine klimafitte und krisenfeste Zukunft navigieren wollen. Darin werden die wesentlichen Fragestellungen für Klimaschutz und Klimawandelanpassung gleichermaßen skizziert wie auch die Dekarbonisierung unseres Energiesystems, die Neuordnung der Mobilität, der Erhalt und Schutz der Biodiversität bis hin zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.  Soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und ökologische Verantwortung werden dabei als gleichermaßen relevant, ausgewogen und in integrierter Weise berücksichtigt, um Synergien bestmöglich zu nutzen“, betonen LHStvin Ingrid Felipe und LR Anton Mattle

Die Strategie bildet den Rahmen für eine nachhaltige und klimaneutrale Landesentwicklung und nimmt dabei das Jahr 2030 in den Fokus. Die definierten Ziele und Handlungsschwerpunkte werden nach dem bereits erfolgten Beschluss der Rahmenstrategie nun in einem gesonderten Maßnahmenprogramm in konkrete Umsetzungsaktivitäten übertragen. „Um diese umfangreichen Aufgaben und Herausforderungen zu bewältigen, brauchen wir alle gesellschaftlichen Kräfte. Der Transformationsprozess kann nur mithilfe der Zustimmung und aktiven Mitwirkung aller Menschen, die in Tirol leben, arbeiten und wirtschaften, gelingen. Deswegen ist es wichtig, dass wir niemanden zurücklassen und mit geeigneten Rahmenbedingungen, Vermittlungsmethoden und Angeboten alle zum Mitmachen motivieren können“, weiß Nachhaltigkeitsreferentin LHStvin Felipe. „Mit der Nachhaltigkeits- und Klimastrategie stehen der Plan und das Konzept für eine lebenswerte, sozial gerechte, ökologisch vielfältige und wirtschaftlich leistungsfähige Entwicklung unseres Landes. Das Bewusstsein ist bei vielen bereits vorhanden – jetzt geht es an die Umsetzung“, freut sich LHStvin Felipe. 

„Im Strategiepapier werden verschiedene Sektoren ganzheitlich und übergreifend betrachtet. Dabei kommt auch der Tiroler Industrie, dem Tourismus, den Gemeinden und der Jugendarbeit eine wesentliche Rolle zu. Das Zusammenwirken verschiedener Akteure ist für die Gestaltung eines nachhaltigen und klimaneutralen Tirols wesentlich. Zahlreiche Erfolgsgeschichten, von ehrenamtlichen Initiativen über aktive Gemeinden und Regionen bis hin zu engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern sind ein Beweis dafür“, ist LR Mattle überzeugt. Einige dieser Vorbilder und Pioniere werden in Form von „Leuchtturmprojekten“ in der Strategie präsentiert, darunter die Initiative „Klimafitter Bergwald“, die Initiative „Doppelplus 2.0“ oder das Tourismusprojekt „Clean Alpine Regions“.

Das Projekt "Clean Alpine Region" unterstützt beispielsweise Tiroler Tourismusregionen dabei, Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Energie umzusetzen und sich als klimafreundliche Regionen weiterzuentwickeln. „Der Tourismus ist nicht nur einer der zentralen Wirtschaftsfaktoren in Tirol, er spielt auch eine Schlüsselrolle bei Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten. Zugleich haben ökologische Maßnahmen direkte ökonomische Auswirkungen auf den Tourismus: sie sichern eine intakte Umwelt, auf der die Tiroler Tourismusangebote aufbauen, helfen die mit fortschreitenden Klimaveränderungen einhergehenden Anpassungskosten zu reduzieren und steigern das Innovationspotenzial und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen“, betont LR Mattle. Die vier Modellregionen (Kaunergrat, Kufsteinland, Pitztal und St. Johann) sind Testmarkt für die Entwicklung und Anwendung innovativer, sauberer alpiner Technologien in einer Win-win-Situation für Region und Unternehmen. Die teilnehmenden Pilotregionen werden bei der Umsetzung ihrer Maßnahmen von der Standortagentur Tirol beraten und unterstützt, zudem werden sie mit EU-Mitteln aus dem Programm IWB EFRE Österreich 2014 – 2020 mit jeweils bis zu 200.000 Euro unterstützt. Zu den umzusetzenden Projekten zählen unter anderem E-Mobilitätsangebot für Vor-Ort-Mobilität, Effizienzsteigerung der Beschneiungsanlage und Speicherteichkühlung, Energiegewinnung aus Speiseresten der Berggastronomie sowie Regionalität und Nachhaltigkeit in der Gastronomie in Zusammenarbeit mit der heimischen Landwirtschaft

 „Wir müssen auf diesen Vorbildern aufbauen, aus deren Erfahrungen lernen und unsere Anstrengungen in vielen Bereichen noch deutlich intensivieren, um die angestrebten Strategieziele zu erreichen“, wissen LHStvin Felipe und LR Mattle. 

„Damit die Maßnahmen im Alltag der Menschen ankommen, müssen neben den Köpfen vor allem die Herzen und die Hände der Menschen erreicht werden. Es geht darum, vom Denken und Reden ins Fühlen und Tun zu kommen. Kunst und Kultur, von der Alltagskultur über die traditionelle Kultur bis hin zur experimentellen und modernen Kunst spielen dabei bedeutende Vermittlungsrollen“, weiß Helene Schnitzer, die Geschäftsführerin der Tiroler Kulturinitiativen. „Eine Aufgabe der Kunst ist es immer, nach kreativen Wegen und Möglichkeiten zu suchen, die Welt zu erleben und zu gestalten. Nachhaltigkeit bedeutet also nicht nur Verzicht, sondern vor allem Entlastung und Bereicherung: Die Beschäftigung mit der Welt wie sie in allen Kunst- und Kulturformen geschieht, ermöglicht einen lust- und freudvollen Umgang mit der unmittelbaren Natur, die einen umgibt, mit den Menschen, mit denen man lebt und dem Verhalten, das einen prägt. Dadurch, und vor allem im aktiven Ausleben von Kreativität, gewinnen Menschen sinnstiftende Erholung von Leistungsdruck und dem Drang nach dem „Immer mehr“ sowie Zufriedenheit“, so Schnitzer. Wie Künste berühren und bewegen können, wird durch Initiativen und Projekte, wie beispielsweise das Forum Klimakultur oder die ReCycling Tour des Künstlers Manu Delago, bereits bestätigt. „Für die Umsetzung braucht es auch eine Sprache, die einladend mit den Menschen kommuniziert. Kunst und Kultur können diese Sprache sprechen und auf vielfältigeren Ebenen kommunizieren als Zahlen und Daten“, ergänzt Schnitzer. 

Die Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie ist online einsehbar: LINK

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