RUPTUR beim Fö N-Festival: Drei Projekte zeigen Wege in Tirols Zukunft
Der RUPTUR Kreativwettbewerb wurde von der Lebensraum Tirol Gruppe in Kooperation mit der Energieagentur Tirol initiiert und ausgeschrieben und gemeinsam mit der Initiative TIROL 2050 sowie dem kreativland.tirol umgesetzt. Gesucht waren Projekte von Kreativen und Künstler:innen, die in Kooperation mit Unternehmer:innen auf kreative Weise die Frage behandeln, wie ein ökologisch nachhaltiges und energieautonomes Tirol im Jahr 2050 aussehen kann.
Der Wettbewerb ist Teil eines Programms der Lebensraum Tirol Gruppe zur Stärkung von Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft. „Mit RUPTUR schaffen wir Räume, in denen Menschen aus unterschiedlichen Bereichen neue Verbindungen knüpfen. Wo Reibung bewusst genutzt wird, um gemeinsam mehr zu erreichen“, sagt Martin Reiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Gruppe.
Drei Projekte, drei Zugänge
„CONTAIN“ von Lisa Lechner und Andrea Baumann verbindet bildende und partizipative Kunst. In Töpferworkshops mit Kindern und Erwachsenen entstehen Tassen, die als Symbol für Wohnraum, Bodenversiegelung und Energieverbrauch dienen. Die Ergebnisse werden dokumentiert und in einer Ausstellung weitergeführt. So macht das Projekt komplexe Zukunftsthemen über eine konkrete, persönliche und generationenübergreifende Erfahrung zugänglich.
Der Filmemacher Simon Baumgartner und Jonathan Schmid näheren sich dem Thema mit „Die Drachenzähmerin von Tirol 2050“ über eine eigenständige Bildsprache und originelles Storytelling. Der Kurzfilm verdichtet die Auseinandersetzung mit Tirols Zukunft zu einer erzählerischen und visuell geprägten Geschichte. Energieautonomie wird dadurch nicht abstrakt erklärt, sondern über filmische Bilder und eine ungewöhnliche Erzählweise vermittelt.
„Reservoir Talks“ von Stefan Ager und Raphael Perle setzt auf Performance und Medienkunst. In einem transparenten Wassertank sprechen, musizieren und diskutieren Menschen, während der Wasserstand steigt. Die Ressource Wasser wird damit nicht nur zum Gesprächsthema, sondern unmittelbar körperlich und emotional erfahrbar. Die drei Projekte zeigen, wie unterschiedlich Kunst gesellschaftliche Zukunftsthemen sichtbar und verständlich machen kann.
„Technisch und wirtschaftlich wissen wir, wie ein energieautonomes Tirol erreicht werden kann. Aber Kunst und Kultur können etwas, was Zahlen allein nur schwer schaffen: Sie stiften Verbundenheit und machen Zukunft erlebbar. Genau deshalb sind die ausgezeichneten Projekte für TIROL 2050 energieautonom so wertvoll“, betont Rupert Ebenbichler, Geschäftsführer der Energieagentur Tirol.
Vorgestellt und ausgezeichnet wurden die drei Projekte im Rahmen von
RUPTUR Tirols Kulturpodcast.
Nachzuhören unter RUPTUR auf www.lebensraum.tirol und überall, wo es Podcasts gibt. Die unabhängige Expert:innenjury bestand aus
Bettina Steindl (CampusVäre Dornbirn),
Sigrid Wilhelm (Kunstmeile Krems),
Elisabeth Kuntner (Wirtschaftsagentur Wien) und
Christoph Dolna-Gruber (Österreichische Energieagentur).
Kultur und Tourismus im Dialog
Wie Kultur neue Verbindungen schaffen kann, zeigte RUPTUR beim Fö N-Festival nicht nur mit dem Kreativwettbewerb, sondern auch im Austausch mit dem Tourismus. Beim RUPTUR Tourismusdialog am 24. September entwickelten der TVB Kufsteinerland, Innsbruck Tourismus, die Tourismusregion Hall-Wattens, Achensee Tourismus sowie der TVB Pillerseetal-Kitzbüheler Alpen gemeinsam mit Kultur- und Kreativschaffenden konkrete Projektideen, um die Kulturangebote Tirols sichtbarer zu machen. „Der Tourismusdialog hat gezeigt, welches Potenzial darin liegt, wenn Kultur und Tourismus nicht nebeneinander, sondern gemeinsam an konkreten Ideen arbeiten. Gerade für den Ganzjahrestourismus können daraus neue Impulse entstehen, die Tirol auch außerhalb der klassischen Saison als Reiseziel interessant machen“, betont Martin Reiter.
Im Mittelpunkt stand die Verbindung von Orten oder Infrastruktur wie Bergbahnen und bestehenden Kulturformaten: Wo halten sich Gäste auf, was erleben sie dort und wo kann das Verknüpfen mit Kultur eine neue Erfahrung schaffen? Die entwickelten Projektskizzen sollen weiter ausgearbeitet werden und Impulse für einen stärker auf das ganze Jahr ausgerichteten Tourismus liefern.