Nachhaltige Bio-Exoten für Tirols Teller


Daniel Flock züchtet in Hall in Tirol kleine weiße Tiger. Und die schwimmen in reinstem Tiroler Bergquellwasser. Mit seinen White Tiger-Garnelen setzt das Unternehmen „Alpengarnele“ neue Maßstäbe in Sachen nachhaltiger Genuss.


Es ist halb acht morgens. Daniel Flock schlüpft in seine knallgelben Gummistiefel und zieht einen weißen Arztkittel über. Die „Visite“ seiner Schützlinge steht an. In der 40 Meter langen Halle herrscht noch schummriges Dämmerlicht und ein Klima, das man sonst nur aus dem Dschungel kennt: 28 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit, die kleine Wasserperlen auf die Haut zaubert. Jetzt gilt es, die „kleinen weißen Tiger“ aufzuwecken. Ganz sachte, versteht sich. Denn White Tiger-Garnelen sind sensible Geschöpfe. Darum simuliert Daniel auch täglich einen tropischen Sonnenaufgang für die zarten Krebstierchen. Mehrere Hunderttausend von ihnen tummeln sich in Daniels Becken. „Wir sind inzwischen in der Lage, pro Jahr 10 Tonnen feinste Garnelen auf Tirols Teller zu bringen“, sagt der junge Unternehmer nicht ohne Stolz. Zu Recht. Denn das, was er hier gemeinsam mit seinem Großcousin innerhalb der letzten sechs Jahre auf die Beine gestellt hat, ist ein Paradebeispiel an unternehmerischer Innovationskraft und nachhaltigem, regionalen Wirtschaften.

 

Null Chemie. Null Antibiotika. Nur Natur.

Die Passion für Unterwassergetier begleitet Daniel Flock und Markus Schreiner seit Kindertagen: „So lange ich denken kann, hatten wir Zuhause Aquarien. Auch zum Angeln gingen wir oft.“ Eine TV-Dokumentation war es schließlich, die den beiden jungen Tirolern einen (Wasser)floh ins Ohr setzte. „Die Zustände in asiatischen Garnelenfarmen sind kaum vorstellbar. Der Titel ‚Schmutzige Shrimps‘ traf es sehr genau.“ Bald keimte im damals 21-Jährigen der Wunsch, es besser machen zu wollen. Viel besser. Chemikalien, Medikamente und lange Transportwege sollten mit den „Alpengarnelen“ endlich der Vergangenheit angehören.  Gesagt, getan. 2015 nahmen Daniel und Markus eine kleine Testanlage in Betrieb. Gut sechs Jahre später hat ihre Alpenaquafarm Tirol GmbH am ehemaligen Kasernengebäude in Hall den perfekten Standort gefunden. Das Tüfteln, Denken und nicht zuletzt der Idealismus haben sich bezahlt gemacht. Litopenaeus vannamei, wie die White Tiger-Garnele im Fachjargon heißt, fühlt sich im Tiroler Inntal – nun ja: Wie ein Fisch im Wasser eben.

 

Tiroler Bergwasser als gute Kinderstube

Dass die kleinen Krebschen hier so prächtig wachsen und gedeihen, liegt nicht zuletzt an der hervorragenden Wasserqualität. „Das Tiroler Wasser ist durch seinen hohen Gehalt an Mineralien perfekt für unsere Garnelen“, erklärt Daniel und setzt seinen Rundgang durch seine „heiligen Hallen“ fort. Seit einer guten dreiviertel Stunde ist er nun bereits unterwegs. Auch, wenn in und rund um die Wasserbecken einiges an Hightech verbaut wurde, ist und bleibt die Garnelenzucht ein gutes Stück zeitaufwändige Handarbeit. Immer wieder greift Daniel vorsichtig in das bergkristallklare, „bacherlwarme“ Wasser, sein geschultes Auge betrachtet die zarten, fast durchsichtigen Tierchen auf seiner Handfläche. Die kleinsten sind kaum so groß wie ein Stecknadelkopf. Bis aus einer winzigen Larve eine verzehrfertige Garnele wird, vergeht im Schnitt ein halbes Jahr. Dazwischen darf sie sich an einem biologischen Spezialfutter sattfressen. „Die Portionen sind selbstverständlich immer altersgerecht und genau auf die Bedürfnisse abgestimmt“, erklärt Daniel Flock und lässt lächelnd ein stattliches Exemplar von gut 20 Zentimetern Länge zurück ins Becken gleiten.

 

Das gute Gewissen isst mit

Nicht nur dem Tierwohl fühlt sich das Alpengarnelen-Team verpflichtet. Nachhaltigkeit ist hier kein schnöder Marketingsprech, sondern gelebte Unternehmensphilosophie. Das Wasser wird zu hundert Prozent ökologisch aufbereitet. Neben bestimmten Bakterienstämmen kommen mineralische Spezialfilter zum Einsatz. Aufs Dach haben sich Markus und Daniel eine Photovoltaik-Anlage bauen lassen. „In den Sommermonaten sind wir komplett energieautark“ erklärt er: „Im Schnitt verbrauchen wir nicht mehr als ein Einfamilienhaus.“ Letzteres ist ein gutes Stichwort. Denn gerade in den letzten Monaten habe die Nachfrage aus Privathaushalten enorm zugenommen. „Immer mehr Menschen erkennen den Wert eines regionalen, nachhaltig erzeugten Produktes und wollen sich und dem Planeten Gutes tun. “. Die heimische Gastronomie hat die Alpengarnelen längst für sich entdeckt. Von der Haubenküche bis zum gut bürgerlichen Tiroler Wirtshaus spannt sich der Kundenkreis. Die Alpengarnelen werden übrigens nur gekühlt, niemals gefroren geliefert. Das spart nicht nur Energie, sondern ist auch dem guten Geschmack zuträglich. Apropos: Wir wollen noch wissen, wie Daniel Flock seine Garnelen am liebsten isst. Die Antwort ist so einfach wie genial. „Scharf in Olivenöl angebraten. Mit einem Spritzer Zitrone. Und aus der Karkasse kocht man am besten eine feine Fischsuppe“. Wie gut, dass man bei der Alpenaquafarm Tirol GmbH schon immer sein eigenes Süppchen gekocht hat. Das erfreut nämlich nicht nur den Gaumen, sondern auch die Umwelt.

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