Again and again…


singen Status Quo in ihrem Uralt-Hit von 1978. Again and again ist aber auch das Motto für das Tiroler Recycling-Unternehmen Höpperger. Sein Ziel: aus Abfall Wertstoffe herauszuholen und sie wiederzuverwenden, den Kreislauf zu schließen und das möglichst oft.


Nirgendwo sonst kann man Nachhaltigkeit so unmittelbar sehen, riechen und hören wie beim renommierten Entsorger in den Tiroler Gemeinden Pfaffenhofen und Rietz, beide etwa 25 Autominuten entfernt von Innsbruck. Ja – auch die Nespressokapseln aus ganz Österreich werden hier entsorgt. Das hat Höpperger populär gemacht. Doch Recycling hat hier noch ganz andere Dimensionen – und die lassen uns bei einem Besuch mehr als staunen…


Harald Höpperger ist ein Macher. Was 1964 als Tankreinigungsunternehmen begonnen hat, ist heute ein Vorzeigebetrieb in Sachen Wiederverwertung und Umweltschutz. In mehr als 80 Gemeinden entsorgt Höpperger Abfälle und Wertstoffe, er reinigt Straßen, säubert Öl- und Fettabscheider und Abwasserkanäle.

Doch vor allem sammelt und recycelt der Familienbetrieb: 100.000 Tonnen Abfälle sind es pro Jahr – und ein immer größerer Teil davon wird wiederverwertet. Das, sagt Harald Höpperger, ist gelebter Umweltschutz und praktizierte Nachhaltigkeit. Denn was wiederverwertet wird muss nicht neu produziert werden und schont Ressourcen. Gerade in Tirol mit seinen wertvollen Lebensgrundlagen und seiner intakten Natur ein Riesenthema. Der Oberländer Entsorgungsbetrieb ist deshalb für ganz Tirol ein Beispiel, was in Sachen Nachhaltigkeit möglich ist.

 

Ein zweites Leben für Kaffee-Kapseln

Kapsel-Kaffee ist trendig, bequem und schmeckt köstlich. Wenn da nicht die Alukapsel wäre, die bei jeder Tasse als Abfall zurückbleibt. Doch auch in der gebrauchten Kapsel steckt jede Menge Nützliches und das holt Höpperger in Pfaffenhofen heraus. 2012 hat er sich mit seiner Verwertungsidee das Nespresso-Recycling für ganz Österreich gesichert.

In einer großen Trommel werden die Kapseln in winzig kleine Alusplitter zerschlagen und ausgewaschen. Das gereinigte Alu kann perfekt wiederverwendet werden. Mit dem ausgewaschenen Kaffeesatz wird ein Biosubstrat angereichert, das dann in Faultürmen von Kläranlagen verwendet wird oder über Biogasanlagen in ganz Tirol Energie erzeugt. Aus einer gebrauchten Kaffeekapsel werden damit gleich zwei hochwertige Recycling-Produkte – so geht Wiederverwertung!

 

10.000 Tonnen Elektroschrott

Harald Höpperger muss schon richtig laut schreien, um sich in der Halle für die Elektroschrott-Aufbereitung verständlich zu machen. Kein Wunder, hier arbeitet zuerst einmal ein sogenannter Querstromzerspaner. Das muss man sich so vorstellen: zwei kurze Ketten rotieren in einer Trommel. In diese Trommel werden alte Computer, Haushaltsgeräte oder auch Bildschirme geworfen. Die Ketten versetzen die Teile in Rotation und die zerschlagen sich so gegenseitig. Der Vorteil: gefährliche oder wertvolle Bauteile werden nicht zerstört wie etwa beim Zerschneiden.

Nach dem Zerschlagen kommt die Sortierung. Mit Magneten, Wirbelstromanlagen und Rüttelsieben werden die Wertstoffe aus den alten Geräten geholt, und das zu 98 Prozent. So werden aus Kupfer neue Leitungen, aus dem Aluminium Autofelgen, aus rohem Eisen Fahrzeugteile und aus dem Edelmetall auf den Leiterplatten vielleicht der eine oder andere Trauring.

Wer will da noch Elektrogeräte einfach in den Restmüll werfen? Freilich: hinter dieser unglaublichen Wiederverwertungsquote steckt jahrzehntelange Tüftelei und Erfahrung. Harald Höpperger und sein Team haben vieles selbst entwickelt, waren oft Pioniere und sind es heute noch. Sie sind stolz, ein Tiroler Unternehmen zu sein. Mag sein, dass es das besondere Bewusstsein und die Wertschätzung für die Natur in Tirol ist, die gerade hier einen Recycling-Meister wachsen hat lassen.

„Für mich ist Recycling praktizierter Umweltschutz und umgesetzte Nachhaltigkeit“, sagt Harald Höpperger, „alles, was im Materialkreislauf bleibt und wiederverwendet werden kann, schont unsere Lebensgrundlagen und bewahrt Ressourcen für spätere Generationen.“

 

Das gilt übrigens und gerade auch für Kunststoff-Abfälle. Wir Tiroler werden ja österreichweit als Sammel-Weltmeister gelobt, wenn es um Altpapier, Glas und Leichtverpackungen geht. Und wir sind es mit gutem Grund: denn gerade Kunststoff-Abfälle lassen sich perfekt weiterverarbeiten.

Bei Höpperger erledigt eine computergesteuerte Anlage das Aufschlitzen der Sammelsäcke und die Sortierung des Mülls – immerhin zu 95 Prozent. Dabei erkennen die Kameras sogar die Farben der PET-Flaschen und können sie so sortenrein zur Wiederverwertung vorbereiten. Aus Flaschen werden Flaschen. Oder Gebinde. Oder Verschlüsse, Dosen, Schalen. Allein wir in Tirol sparen so zigtausende Tonnen Restmüll ein.

  

Humus für Bio Bauern

Seit Einführung der grünen Tonne wissen wir: Essenreste, verdorbene Lebensmittel, Kartoffelschalen und Co sind kein Restmüll, sondern wertvoller Rohstoff.  Der riecht schon – naja, sagen wir: kräftiger – wenn man die Entsorgungshalle für Bioabfälle in Pfaffenhofen betritt.

Hier lagert, was nicht nur in Privathaushalten, sondern auch in der Gastronomie an Biomüll anfällt. Und das ist eine ganze Menge: rund 12.000 Tonnen pro Jahr. Von der Abladefläche geht’s allerdings schnell in einen geschlossenen Kreislauf. Mit Hilfe von Intensiv-Rottemodulen wird aus Essenresten und Eierschalen in wenigen Wochen ein hochwertiger Kompost. „Für Bio-Bauern der ideale Dünger“, sagt Harald Höpperger.

 

Gutes Gewissen und bares Geld

Der Oberländer hat aus dem Recycling ein florierendes Unternehmen gemacht. Dass er so Umweltbewusstsein und wirtschaftlichen Erfolg verbindet, könnte auch für andere Unternehmer interessant sein. In vielen Produktions- und Handelsbetrieben ließe sich durch bewussten Umgang mit Ressourcen und Abfällen nicht nur nachhaltiger wirtschaften, sondern auch bares Geld sparen und sogar verdienen. Im Müll steckt eben mehr drin als wir denken.

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