Alpines Tierparadies im höchstgelegenen Zoo Europas


Rund fünf Hektar Gelände mit 2.000 Tieren auf 750 Metern Seehöhe – das ist der Alpenzoo Innsbruck. Entspannung ist an diesem besonderen Ort garantiert. Der Alpenzoo steht aber nicht nur für Erholung, sondern setzt sich aktiv für ein nachhaltigeres Leben ein. Mit vier verschiedenen Hauptaufgaben engagiert sich der gemeinnützige Verein im Bereich der Bildung, der Forschung, des Natur- und Artenschutzes und als Erlebnis-Zoo. Das Ziel ist eine bessere Zukunft für Mensch und Tier.


Der Alpenzoo macht den Ausflug der jährlich rund 300.000 Besucherinnen und Besucher zu einem einzigartigen Erlebnis. Am Fuße der Nordkette gelegen bietet der Tierpark einen atemberaubenden Blick auf Innsbruck. Der Zoo selbst wird seit 60 Jahren ständig ausgebaut und beherbergt folglich die größte Sammlung von Wildtieren aus dem Alpenraum. Ungefähr ein Viertel der Säugetierarten, 60 der ca. 200 alpinen Vogelarten, ein Großteil der Reptilienarten, 6 der 21 alpinen Amphibienarten und fast alle Fischarten der Alpen findet man hier. Darüber hinaus engagiert sich der Verein in vier Feldern für eine nachhaltigere Zukunft.

Mit alpiner Forschung zu neuen Erkenntnissen

Die erste dieser Säulen ist die Forschung. André Stadler, Direktor des Alpenzoo Innsbruck, schreibt ihr eine große Bedeutung zu: „Die Forschung ist einer der vier Gründe, warum es Zoos gibt. Es muss nicht immer im Labor sein. Viele Dinge, die wir auch in der Humanmedizin herausgefunden haben, stammen aus dem Zoo.“ Das Forschungs- und Lehrinstitut des Alpenzoo Innsbruck (FLI) erforscht und fördert die Biologie und Lebensweise alpiner Tierarten. Hier arbeitet der Tiergarten auch mit Universitäten zusammen bzw. bietet Betreuungen wissenschaftlicher Arbeiten an. Die Aufzeichnung von Aktivitätsprofilen der Etruskerspitzmaus – des kleinsten Säugetiers der Welt – ist eine der innovativen Ideen, die eine Studentin erst jüngst erfolgreich im Alpenzoo in die Realität umgesetzt hat.

Wissen durch Praxis ergänzt Theorie

Eine weitere Grundlage stellt die Bildung dar. Über Beobachtungen, Möglichkeiten zur Fortbildung und die sogenannte „Zooschule“ sollen sowohl Erwachsene als auch Kinder Wissen über die Tierwelt vermittelt bekommen. Der Unterricht erfolgt in der Zooschule allerdings nicht in einem geschlossenen Raum, sondern im Freien mit den Tieren – lebendige Praxis ergänzt stumpfe Theorie. Die Themen erstrecken sich von den „bedrohten heimischen Tierarten“ über die „Wintervorbereitung“ bis hin zu den „Tieren des Hochgebirges“. „Wir fordern beispielsweise bei Kindern von den Lehrerinnen und Lehrern ein Thema ein, das sie gerne behandelt haben möchten. Das gehen wir aber nicht nur bei einer frontalen Lehrstunde durch, sondern versuchen, durch ein Frage-Antwort-Spiel vor dem jeweiligen Gehege praktische Beispiele zu bringen“, sagt Eva Oberauer, Betreuerin der Zooschule.

Unvergessliche Momente für die ganze Familie

In der zoologischen Einrichtung gehen Besucherinnen und Besucher auf Abenteuer- und Entdeckungsreise. In modernsten Gehegen, Terrarien und Aquarien bewegt sich eine Vielzahl an Tieren aus dem Alpenraum im Freien herum. Mit allen Sinnen erleben die Gäste hautnah die schöne Natur. Sie lernen die Lebenswelt der Tiere auf eine neue Art und Weise kennen, die es außer im Zoo sonst kaum zu finden gibt. Die Schwimmkünste der Fischotter, die Rufe des Waldrapps oder das Heulen der Wölfe sind nur wenige der faszinierenden Erlebnisse im Alpenzoo Innsbruck. Gleichzeitig steht die Erholung im Vordergrund. Bewegung und frische Luft sind gesund für Körper und Geist. Dazu kommen die Geräusche der Tiere aus dem Wald und der unvergleichliche Ausblick. „Hier kann man die Seele baumeln lassen“, meint Stadler.

Artenschutz im Großen wie im Kleinen

Die vierte wichtige Aufgabe des Alpenzoos ist der Natur- und Artenschutz. Während sich die negativen Schlagzeilen bezüglich Naturkatastrophen und Artensterben häufen, versuchen zoologische Gärten dem vorzubeugen und Tieren weiter einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme (EEP) helfen dabei, hoch bedrohte Arten zu retten. Die Programme sollen zur Wiederansiedlung der bedrohten Tierarten in Nationalparks, Naturschutzgebieten und intakten Lebensräumen beitragen. Eine erfolgreiche Wiederansiedlung gelang beispielsweise mit dem im 19. Jahrhundert in den Alpen bereits ausgerotteten Bartgeier. Des Weiteren dient der Alpenzoo Innsbruck auch als Auffangstation für verletzte Wildtiere und Findlinge. Mit der Hilfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen die Tiere so wieder auf die Beine.

Schaffung optimaler Lebensräume

Die Alpen vereinen vielfältige Landschaften: Täler, Hügel, Schluchten, Seen, Flüsse, Wälder etc. Der Alpenzoo ist ein Teil davon und versucht beispielsweise bei der Haltung und Zucht einheimischer Vogelarten, aber auch für „Durchzugsgäste“, die optimalen Bedingungen zu schaffen. Den Reptilienarten steht in acht geräumigen Terrarien der typische Lebensraum mit der dazugehörigen Pflanzenwelt zur Verfügung. Durch die sorgfältige Gestaltung und Bepflanzung der Terrarien ergeben sich gleichzeitig Sonnenplätze und Schattenflächen für die Tiere. Ein weiteres Beispiel für die Optimierung der Lebensräume sind die Aquarien, deren Wassertemperatur entsprechend den Bedingungen in Freigewässern laufend angepasst wird. Mit vielen weiteren Methoden schafft der Alpenzoo die idealen Verhältnisse für seine Tiere.

Ökologisch zum Erfolg

Die Bemühungen um Nachhaltigkeit erstrecken sich weit über die Tierwelt hinaus. So spart der Alpenzoo Innsbruck durch den Austausch einer Ölheizung durch eine Hackschnitzelheizung jährlich 21.000 Liter Heizöl. Dem Plastikmüll wurde ebenfalls der Kampf angesagt. Statt Einwegbechern gibt es wiederverwendbare Becher, um den ökologischen Fußbabdruck weiter zu verkleinern. Außerdem werden die Wasserbecken und Aquarien durch biomechanische Filter gereinigt und Ökostrom durch Photovoltaikanlagen eingespeist.

Die nachhaltige Arbeit, der Tier- und Umweltschutz und die Lage machen den Alpenzoo Innsbruck zu einer weltweit einzigartigen Attraktion. Kleine und große Tierliebhaberinnen und -liebhaber können hier völlig entspannt in die alpine Tierwelt eintauchen.

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