Innsbruck wird Smart City

Na klar: Strom kommt aus der Steckdose, Wasser aus der Leitung und alles, was wir an Abfall produzieren ist am nächsten Tag wie von Zauberhand weggeräumt. Das funktioniert selbstverständlich und kaum jemand macht sich Gedanken, was hinter dieser Ver- und Entsorgung steckt. Macht nichts – dafür zerbrechen sich die Innsbrucker Kommunalbetriebe umso intensiver den Kopf. Dort ist nicht nur die Versorgungssicherheit ein Thema, sondern auch die nachhaltige Vision einer smart vernetzten City in Energiefragen. Was das heißt? Zum Beispiel mit der Abwärme eines Trafos ein Hallenbad zu heizen und aus Biogas in der Kläranlage Strom und Wärme zu gewinnen. Die IKB sind in Sachen Ressourcenschonung weit vorne in Europa und heimsen dafür sogar Preise ein.


100 Prozent Ökostrom

2019 haben die IKB zum dritten Mal in Folge den renommierten ASRA-Award nach Tirol geholt. Mit der begehrten Auszeichnung werden die besten Nachhaltigkeitsberichte der österreichischen Wirtschaft gewürdigt. Aber wie kommt man zu diesem Preis? Ein Blick hinter die Kulissen verrät mehr: 320 000 000 Kilowatt-Stunden erzeugen die Innsbrucker Kommunalbetriebe in den eigenen Kraftwerken und versorgen rund 80.000 Haushalte. Dabei kommt ausschließlich Öko-Strom aus natürlichen Quellen in die Leitungen – einerseits aus Wasserkraft, andererseits aus Photovoltaik. Und gerade diese Photovoltaikanlagen sind aus einer besonderen Idee entstanden.

 

Innsbrucker Sonnenscheine

2012 und 2013 kamen die IKB mit einem außergewöhnlichen Angebot auf die BürgerInnen zu. Zwei Photovoltaik-Kraftwerksparks mit 10 Anlagen wurden geplant und wer wollte, konnte sich daran beteiligen. 400 KundInnen der IKB waren vom Projekt „Innsbrucker Sonnenscheine“ überzeugt und haben die Errichtung unterstützt. Mit ihren Anteilen sind sie jetzt unabhängig von der Strompreisentwicklung und haben die Nutzung einer nachhaltigen Energiequelle ermöglicht.

 

Biogas aus Klärschlamm

Sonne, Wind und Wasserkraft: das fällt uns sofort ein, wenn wir an ökologische und erneuerbare Energiequellen denken. Doch da geht noch mehr. Wie wird im Klärwerk in der Innsbrucker Rossau seit 1976 eindrucksvoll demonstriert. Biogas, das aus Klärschlamm entsteht, wird nicht einfach in die Luft entlassen, sondern in Gasmotoren in Strom und Wärme umgewandelt. Was da rauskommt? Soviel, dass sich die Kläranlage selbst mit Energie versorgen kann. Und die überschüssige Wärme heizt auch noch das Hallenbad Olympisches Dorf und das Restaurant am Baggersee.

 

Auf dem Weg zur Smart City

Gerade diese Biogas-Nutzung ist ein gutes Beispiel für das Ziel des sogenannten Sinfonia-Projektes. In diesem EU-Vorhaben geht es darum, intelligente Energie-und Infrastrukturlösungen zu finden und zu entwickeln. Wo und wann wird Energie gebraucht? Wo fällt sie an und kann genützt werden? Das alles in ein sinnvolles Miteinander zu bringen ist eine gewaltige logistische Herausforderung. Die IKB entwickeln Lösungen maßgeblich mit – immerhin sind sie der größte Industriepartner im Konsortium. Und so kommen Ideen heraus wie diese: Im Umspannwerk Innsbruck Mitte werkelt ein Großtrafo, um die Spannungen anzupassen. Wenn Spannung transformiert wird entsteht Wärme. Und diese Wärme – so die Idee der IKB-Techniker – müsste sich doch nutzen lassen. Das Problem: Bisher hatte das in dieser Form noch nie jemand umgesetzt. Aufgehalten hat das die findigen Köpfe nicht und seitdem heizt der Großtrafo das IKB-Bürogebäude in der Salurnerstraße einfach mit.´Solche Initiativen entstehen nicht zufällig, betont IKB-Vorstandsvorsitzender DI Helmuth Müller: „Als öffentliches Unternehmen ist nachhaltiges Wirtschaften für uns nicht nur eine Phrase, sondern ein klares Bekenntnis.“

Bekenntnis und Taten zeigen sich auch im nächtlichen Innsbruck. An 10.000 Lichtpunkten in der ganzen Stadt wurde auf die energieeffiziente und kostensparende LED-Technik umgestellt. Das bedeutet ein Viertel weniger Energie und entspricht dem Stromverbrauch von 650 Haushalten.

 

Digitale Zukunft

Eine nachhaltige Energiezukunft verändert allerdings nicht nur den öffentlichen Raum, sondern auch das Strom-Management in den Haushalten. Smartphone, Navi, PC haben unser Leben in vielen Bereichen digitalisiert. Dagegen nehmen sich die herkömmlichen, analogen Stromzähler wie Museumsstücke einer anderen Zeit aus. Und aus der stammen sie auch tatsächlich, denn die Technik hat satte 100 Jahre auf dem Buckel. Das muss nicht schlecht sein – aber es geht deutlich besser. Mit dem digitalen Stromzähler „Smart Meter“ wird der Energieverbrauch in einem Haushalt bequem und sicher erfasst. Kunden haben die Möglichkeit den persönlichen Verbrauch zu beobachten, zu analysieren und kostensparend anzupassen. Auch wenn sich vielleicht der eine oder die andere über den persönlichen Besuch des IKB-Ablesers freut: die meisten werden es schätzen, dass  „Smart Meter“ die Daten digital zum Netzbetreiber IKB übermitteln und eine manuelle Ablesung nicht mehr notwendig ist. Bedenken in Sachen Datenschutz sind übrigens unbegründet. Die Zahlen werden kryptografisch verschlüsselt und – wenn möglich – über eigene Leitungen in die IKB-Zentrale geschickt. Manipulationsversuche würde das System sofort erkennen und melden.

Der Vorteil digitaler Messtechnik liegt aber nicht nur in der Bequemlichkeit. Mit dem  „Smart Meter“ lassen sich Stromfresser ebenso identifizieren wie Geräte die unwissentlich im Hintergrund laufen. Das nützt der Umwelt und – nicht zuletzt – unserer eigenen Geldtasche.

 

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