Zwischen Quelle und Zukunft

08.07.2026 Wirtschaft Maria Mayrl
Wie unglaublich wertvoll die Ressource Wasser ist, betont Daniela Gruber immer wieder. Sie pflegt das Credo, „dass es in unserer Verantwortung liegt, den einzigartigen Wasserschatz Tirols zu pflegen und zu schützen“. Als Mitunternehmerin und Geschäftsführerin lenkt sie gemeinsam mit ihrem Onkel Günther Gruber und rund hundert Mitarbeiter:innen den Familienbetrieb Silberquelle GmbH in Brixlegg.

Tiroler Wasser, ein wertvoller Schatz

„Die Quelle ist unser größtes Gut“, sagt Daniela Gruber, „das Wasser kommt so, wie es aus dem Berg tritt, in die Flasche. Seit Jahren mit exakt jenen wichtigen aus den Gesteinen gelösten Mineralstoffen in konstant gleicher Zusammensetzung wie auf der Etikette vermerkt. Es erfordert keinerlei chemische Zusätze, keine weitere Aufbereitung – abgesehen von der Kohlensäure für die prickelnden Varianten. Ich bin mir sicher, dass es seine Reinheit, seine Inhaltsstoffe und seine erfrischende Wirkung sind, die uns alle, die wir hier zusammenarbeiten, inspirieren.“

Die Edelstahlleitung in der Produktionshalle lässt ahnen, dass hier Besonderes geschieht: das Wasser tritt bei der Abfüllung erstmalig ans Licht.

Edelstahl, moderne Anlagen, kontrollierte Abläufe. Zwischen Technik und Tradition agiert Daniela Gruber, als wäre sie schon immer damit vertraut – charmant, verantwortungsbewusst, locker, mit dem Selbstverständnis jener Generation, die nicht nur übernimmt, sondern gestaltet.

Alles hat mit Danielas Großvater, Hermann Gruber Senior begonnen, der als Wagner neben Skiern und Rodeln auch Getränkekisten (hier im Vordergrund) fertigte. Im Wissen um den Wasserreichtum der Region kam er auf die zukunftsweisende Idee, durch Tiefbohrungen Quellen zu erschließen und selbst mit einer „Kracherlproduktion“ zu starten.

In einen Familienbetrieb hineinzuwachsen, bedeutet Verantwortung von Anfang an. Dass sie eines Tages in die Geschäftsführung einsteigen würde, war für Daniela keine Vorgabe, sondern ihre eigene Entscheidung. „Mir war es wichtig, zu studieren und in meinem Fach, der Lebensmitteltechnologie, international Erfahrung zu sammeln und meinen eigenen Weg zu gehen“, erzählt sie. Nach dem Studium an der Universität für Bodenkultur in Wien und an der Wageningen Universität in den Niederlanden konnte sie wertvolles berufliches Know-how im In- und Ausland sammeln. „Doch dann wusste ich, wo mein Platz ist.“ So kehrte sie 2020 ins familieneigene Unternehmen zurück und übernahm Anfang 2026 die Geschäftsführung von ihrem Vater Hermann.

Gemeinsam gestalten, sehen was geht
„Kreativ in die Zukunft schauen“, lautet Danielas Motto. Sie steht also für Kontinuität und Erneuerung. Die Werte, mit denen das Unternehmen gewachsen ist, gelten unverändert wie eh und je: Verlässlichkeit, Regionalität, Innovationskraft. Wertschätzung der Mitarbeiter:innen. Denn diese sind neben den Quellen der weitere große Schatz und wichtige Ressource des Unternehmens. Und für das Wohl dieser Mitarbeiter steht Zukunftsfähigkeit im Fokus aller Entscheidungen. „Wir haben Mitarbeiter:innen, die uns schon seit Jahrzehnten die Treue halten, darauf sind wir stolz. Und das wird so bleiben.“

„Wir schätzen das offene und wertschätzende Betriebsklima und ziehen mit Freude gemeinsam an einem Strang“, erzählen uns Mitarbeiter der Produktion.“ Dass sie sichere Arbeitsplätze mit Zukunftsaussichten haben, ist allen sehr bewusst.

Die Mitarbeiter:innen der Qualitätssicherung im hauseigenen Labor überprüfen und bestätigen regelmäßig seine Reinheit und Qualität. Mit ihrer Expertise und Sensorik sind sie auch maßgeblich an der Entwicklung neuer Produkte beteiligt.

Daniela wäre nicht Daniela, stünde sie nicht für neue Impulse: „Wir sind kleiner als andere Unternehmen und damit flexibler. Das ermöglicht eine dynamische Markenlenkung. Schon mein Vater Hermann und mein Onkel Günther haben es vorgelebt und neue Marktbereiche – zum Beispiel durch neue Getränke und die Entwicklung von maßgeschneiderten Computer-Schankanlagen für die Gastronomie – erschlossen.

Aktuell sieht die Unternehmerin vor allem in den veränderten Konsumgewohnheiten eine Chance: „Alkohol spielt bei jungen Menschen eine immer geringere Rolle, Sinnesfreude und ehrliche, erstklassige Produkte stehen trotzdem im Fokus.“ So sind Gruber-Erfrischungen wie die neue Fruchtiger Genuss Linie, das Tirola Kola und die Silberquelle Sirupe aus qualitätvollen Zutaten längst Kult – und weitere, gewagtere Produkte sind in der Pipeline.

 

 

Zwei Quellen mit unterschiedlichem Mineralstoffgehalt speisen die Produktion und werden unter den Marken Silberquelle und Montes – in der markanten blauen Designerflasche – zu trinkbarer Identität.

„Tirol wird mit Reinheit und Wasser, mit Bergen, Gesundheit und Wohlbefinden assoziiert. Wir erfüllen mit unseren erfrischenden, ehrlichen und dabei Lifestyle-orientierten Produkten unterschiedlichste Erwartungen“, ist Daniela überzeugt. „Das Obst für die Sirupe und Fruchtsaft-Palette stammt weitgehend von regionalen und österreichischen Partnern. Die Vorteile: Erstklassige Qualität und kurze Wege.“

„Wir sind nur so gut wie die Leut´, die dahinterstehen“, sagt Daniela Gruber. „Der ‚Gschaftlhuber‘ ist ein Beispiel für den Ideenreichtum unserer Teams.“

Tirol ist nicht Kulisse, sondern Substanz

Der Standort Brixlegg ist kein Zufall. Die Berge der Region sind Wasserspeicher, natürliche Filter, Schutzräume. Das alpine Klima, die geologischen Gegebenheiten, die intakte Natur – all das prägt die Produkte. Genauso wie die „alten Tiroler Werte“: die Traditionen, das Miteinander, das Zusammensitzen, die Wirtshauskultur – Getränke von Silberquelle gehören dazu und werden umgekehrt davon inspiriert.

 

 

 

„Man kann global denken, aber – vielleicht gerade deshalb – zum Standort Tirol stehen. Herkunft ist in unserem Metier ein Qualitätsversprechen und Tirol ist diesbezüglich einmalig.“

Daniela Gruber -

Wer von einer Quelle lebt, denkt in Generationen

Darum gehört Nachhaltigkeit zur Unternehmens-DNA: Die Entnahme des Wassers erfolgt höchst verantwortungsvoll. „Wir wissen, wieviel Schüttung, also Wasservolumen, vorhanden ist und achten streng darauf, dass wir immer deutlich weniger entnehmen, als natürlich nachkommt,“ sagt Daniela. „Alles wird rund um die Uhr überwacht. Permanente Messungen sichern die Ressource, sodass sie auch für zukünftige Generationen in ausreichendem Maß erhalten bleibt. Energieeffiziente Anlagen, ein vollständig emissionsfreier Fuhrpark, nachhaltige Verpackungen und langlebige Mehrwegflaschen – manche davon seit Jahrzehnten im Einsatz – schonen die Umwelt. Die Zusammenarbeit mit lokalen Recyclingunternehmen wird kontinuierlich verbessert. Tirol nimmt hier bereits seit Jahren eine Vorreiterrolle ein, und der Standort Brixlegg ermöglicht kurze Transportwege, besonders in die Hauptexportländer Deutschland und Italien.“

Die Berge lehren Geduld. „Wasser, das heute abgefüllt wird, war 80 bis 100 Jahre lang im Inneren der Berge,“ erklärt Daniela Gruber. „Diese Zeitdimension verpflichtet. Gleichzeitig dürfen wir uns nicht ausruhen, sondern Bewährtes bewahren und Neues mit Bedacht weiterentwickeln.“

„Wasser, das heute abgefüllt wird, war 80 bis 100 Jahre lang im Inneren der Berge. Diese Zeitdimension verpflichtet. Gleichzeitig dürfen wir uns nicht ausruhen, sondern Bewährtes bewahren und Neues mit Bedacht weiterentwickeln.“

Daniela Gruber -

Zwischen Tradition und Innovation

Der Getränkemarkt ist hart umkämpft. „Nur wer authentisch und ehrlich arbeitet und die Geschichte eines Produkts kennt und erzählt, erreicht Menschen, die auf Qualität achten – und diese entscheiden sich dann für Tiroler Qualität“, ist Daniela überzeugt.

Als junge Unternehmerin bringt Daniela eine Perspektive ein, die die Tradition respektiert, aber nicht unantastbar macht. Sie vernetzt sich, tauscht sich aus, denkt strategisch. Ihr Ziel: das Unternehmen zukunftsfit machen – und dabei gedanklich in den Tiefen der Quelle verankert sein.

Der Naturschatz ist nicht laut. Dafür klar. Frisch. Und lebendig.

Darin liegt seine Kraft. Während draußen die Gipfel über das Land wachen, sorgt drinnen das Team um Daniela und Günther Gruber dafür, dass dieser Schatz auch in Zukunft bleibt, was er immer war: ein Stück Tirol – abgefüllt mit Respekt und Kompetenz. „Es macht einfach Riesenfreude“, sagt Daniela, „Traditionen und Herkunft Schwung und Leichtigkeit zu schenken – sie tatsächlich trinkbar zu machen.“

Warum Mineralwasser?

Natürliches Mineralwasser ist ein amtlich anerkanntes Lebensmittel, das besonders strengen Qualitätskriterien unterliegt. Es stammt aus geschützten, unterirdischen Vorkommen und wird direkt an der Quelle abgefüllt. Kennzeichnend ist seine ursprüngliche Reinheit: Es darf weder chemisch aufbereitet noch mit Zusätzen versehen werden. Leitungswasser hingegen wird meist technisch aufbereitet, um die jeweiligen Qualitätsanforderungen zu erfüllen.

Die Wässer der Silberquelle GmbH tragen zu einem ausgewogenen Mineralstoffhaushalt bei: Silberquelle zeichnet sich durch eine natriumarme Mineralisierung aus, während Montes für ein ideales Magnesium-Calcium-Verhältnis (2:1) geschätzt wird. Beide Mineralwässer unterstützen einen ausgewogenen Energiestoffwechsel und die Erhaltung gesunder Knochen.

Eine Trinkmenge von eineinhalb bis zwei Litern Wasser pro Tag gilt laut Studien als gesundheitlich ideal.

 

Der Schatz, um den sich bei Grubers alles dreht, liegt tief in den Kitzbüheler Alpen im Tiroler Alpbachtal. Verborgen wie ein Naturgeheimnis unter mächtigen Gesteinsschichten. Unsichtbar. Sichtbar ist nur die Edelstahlleitung in die Abfüllhalle – und das Wissen, dass hier Besonderes geschieht.

Über das Unternehmen Silberquelle

Das Unternehmen wurde 1929 als Wagnerbetrieb gegründet und füllt seit den 1950er Jahren am Standort Brixlegg Getränke ab.

Hauptabnehmer der Produkte sind der Lebensmitteleinzelhandel, der Getränkefachgroßhandel und die heimische Gastronomie.


Hauptmarkt ist Österreich, wichtigste Exportländer sind Deutschland und Italien.

Größte Potenziale sieht Gruber in Innovationen im Produktbereich, im Trend zu qualitativ hochwertigen und alkoholfreien Getränken sowie im steigenden Gesundheitsbewusstsein und in der Nachfragen nach ehrlichen, unverfälschten Rohstoffen.

Eine hauseigene Entwicklungsabteilung arbeitet kontinuierlich an neuen, kundenspezifischen Schankanlagen und Lösungen für die heimische und internationale Gastronomie, um beste Qualität, Umweltschonung und weitere Vorteile durch offenen Ausschank zu garantieren.


Alle Glasflaschen sind Mehrweg-Flaschen, die bis zu 50- bis 60-mal wieder befüllbar sind.

Es beschäftigt zirka 100 Mitarbeiter:innen.

 

Weitere Informationen: Silberquelle

Fotos: Lisa Hörterer
Foto Quelle: Tirol Werbung/Bernhard Aichner
Foto Kitzbüheler Alpen: Tirol Werbung/Jens Schwarz 

 

Maria Mayrl

Texterin aus Tirol mit Leidenschaft für besondere Inhalte rund um Kultur, Kunst, Wirtschaft und alpine Lebenswelten.