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Sport
August 15, 2023
Mit der Panoramabahn Elfer lässt sich der hochalpine Panoramen-Reichtum der Stubaier Berge federleicht erleben.
Hohe Perspektiven. Es ist großartig in jeder Hinsicht oder besser in jeder Weitsicht. Und es ist noch mehr. „Hier oben fühle ich mich frei, ich kann alle Verpflichtungen hinter mir lassen. Am Berg habe ich ein anderes Lebensgefühl als im Tal“, sagt Gerlinde Kaltenbrunner. Das trifft’s. Gerlinde Kaltenbrunner ist die erste Frau, die alle 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen und auf ihren Expeditionen alle erdenklichen physischen wie psychischen Hürden überwunden hat. Ihr gelingt es den gemeinsamen Nenner zu beschreiben, der Extrembergsteiger:innen mit allen eint, die auf Bergen stehen – und von ihnen aus die Welt anders sehen.

Es gibt 1.215 Berge in Tirol. Sie bedeuten 1.215 Möglichkeiten, sich frei zu fühlen, Verpflichtungen hinter sich zu lassen und in ein anderes Lebensgefühl zu tauchen. Diese hohen Perspektiven prägen das Land wie kaum etwas anderes und es ist den zahlreichen Aufstiegshilfen zu verdanken, dass sie nicht nur ausdauernden Bergsteiger:innen vorbehalten sind, sondern allen, die sich davon angezogen fühlen. Den Bergen selbst ist es herzlich egal, woher die Menschen kommen und in welcher Sprache sie von ihnen schwärmen, ob sie klein sind oder groß, jung oder alt, geschminkt, erfolgreich, sportlich – oder all das nicht.
Mit erhabener Großzügigkeit teilen die Berge ihren Reichtum und landesweit 1.100 Aufstiegshilfen unterstützen sie dabei. Wie etwa die Panoramabahn Elfer, in deren Gondeln die knapp 800 Höhenmeter zwischen der Talstation in Neustift im Stubaital und der Bergstation auf 1.790 Metern Höhe, unterhalb der Elferspitze federleicht überwunden werden können. Schon die Dramaturgie der Fahrt ist perfekt. Wenn die Häuser von Neustift kleiner geworden sind, öffnen sich auf der einen Seite der Gondel Weitblicke in die fernen, gegenüberliegenden Bergwelten und auf der anderen Seite Nahblicke in den steilen Wald, dessen Bewohner von den Vorbeischwebenden gänzlich unbeeindruckt bleiben. Meter für Meter steigt mit der Gondel auch die Spannung in ihr. Wenn die Bergstation erreicht wurde ist der Herzschlag so schnell wie die Schritte. Und dann das. Die Wucht des Panoramas ist enorm. Es lässt die Augen anfangs ruhelos hin und her, rauf und runter, querfeldein und die Felsen entlang zu den Gipfeln der Stubaier Alpen gleiten – bis irgendwann klar wird, dass all das vielleicht nie und schon gar nicht nicht rasend schnell erfasst werden kann. Muss es auch nicht. Erst mit dieser Erkenntnis macht sich das Lebensgefühl breit, das es nur am Berg gibt, nur am Berg.

Am Elfer kann das Gefühl in allen Varianten gelebt werden. Drachenflieger:innen und Paragleiter:innen tun das fliegend, indem sie die hier besondere Thermik nutzen. Mountainbiker:innen machen es fahrend – auf Trails, die Können kitzeln. Ambitionierte Bergsteiger:innen finden von der Bergstation aus ihre Steige zu den Gipfeln und Bergwandernde ihre Wege – in anspruchsvoller Länge genauso wie in gemütlicher Kürze. Pur Faszinierte sitzen einfach staunend weiter da und Geologen finden am Elfer Besonderheiten, die vor zig Millionen Jahren aus dem Meer herauf gehoben wurden – in der Zeit, als die afrikanische gegen die eurasische Platte schob und sie mit unvorstellbarer Kraft die Alpen bildeten. Diese Ur-Energie bleibt in den Höhen spürbar. Für jede auf ihre und jeden auf seine Weise. Diese Energie verpufft nicht, sondern wird verwandelt in das Lebensgefühl Berg. Es ist großartig. Für alle.

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