Heu im Rampenlicht


Wer nach einer neuen Lampe für die eigenen vier Wände sucht, hat die Qual der Wahl. Google wirft in 0,55 Sekunden mehr als 74 Millionen Ergebnisse aus. Ein Markt also, in dem es eigentlich nichts gibt, was es nicht gibt. Und doch haben drei findige Tiroler eine Lücke entdeckt: mit ihrem Unternehmen Almut von Wildheim formen sie Lampenschirme aus Heu. Aus Heu? Genau. Denn das Material hat sich nicht nur als stylish erwiesen, sondern steht für eine Produktion, die Nachhaltigkeit und Regionalität in den Mittelpunkt rückt.


Am Anfang von Almut von Wildheim steht ein Nussbaum. Der musste am eigenen Campingplatz gefällt werden und entpuppte sich letztlich als hohler Stamm. Zu schade zum Wegwerfen befand man und bastelte daraus eine originelle Stehlampe. Doch damit gings erst richtig los. Ulrich Huber, der technische Mastermind von Almut, wusste vom gepressten Heu als einem Material, mit dem man vieles anstellen kann. Bis zur ersten Lampe war es dann aber ein weiter, schweißgetränkter Weg mit unzähligen Versuchen und einigen schlaflosen Nächten. Gemeinsam mit Clemens Pfefferkorn und Stefanie Graber entstand das Leuchtenlabel und 2017 war es endlich soweit: die erste Lampe war fertig und konnte unter dem schräg anmutenden Namen Almut von Wildheim auf den Markt gebracht werden.

Natürliche Rohstoffe aus der Region

„Almut ist eine Wortschöpfung aus zwei Begriffen“, erklärt Clemens Pfefferkorn, „die Alm ist der Ort, von dem unser Rohstoff herkommt. Und den Mut brauchten wir, um Dinge anders anzugehen und anders zu tun.“ Dass gerade Heu als Material für Lampenschirme in Frage kommt war das Ergebnis einer klaren Philosophie. Ulrich, Clemens und Stefanie wollten von Anfang an regional und nachhaltig produzieren. Natürlich nachwachsende Materialien wie Holz oder eben Heu, kein Plastik, kein PVC, keine giftigen Kleber und keine Komponenten aus China. Eine Vorstellung, wie das funktionieren kann, hat sich erst nach und nach entwickelt. „Was wir jedenfalls von Anfang an im Überfluss gehabt haben, war unser Herzblut“, lacht Ulrich Huber heute über die vielen Diskussionen, die man geführt hat und nach wie vor führt. Konsequent war am man Anfang und ist es bis heute – vom Zirben-, Eichen- und Walnuss-Holz bis zum Kabel aus Jutefasern.

Die Idee kommt an

Die Natur stilvoll in die eigenen Wände zu bringen stößt in Zeiten steigenden Umweltbewusstseins bald auf Echo. Aus den ersten Heulampen hat Almut von Wildheim bis heute mehrere Linien entwickelt. Zunächst war es für Kunden möglich, neben reinem Heu auch Blüten oder Baumbart in die Lampenschirme einarbeiten zu lassen und so unterschiedliche Designs zu kreieren. Heute gibt es Lampen nicht nur aus Heu und Holz, sondern auch aus weiteren Naturmaterialien. Damit wurde auch die neue Designlinie 1411 möglich. Mit ihr können Form und Material vom Kunden frei gewählt werden.

Bei den Lampenschirmen ist man dem Heu treu geblieben. Aber nachdem eine Ideenwerkstatt nie stillsteht sind wie gesagt weitere Materialien dazugekommen – alle ausschließlich aus der Natur: Holz, Stein, Ananasfasern oder Kork stehen zur Auswahl. Aufhängung und Steher werden aus Eichenholz gefertigt. Auch wenn hinter der Verarbeitung dieser Materialien sehr viel know how steckt, soll es für den Kunden ganz einfach bleiben. Lampenschirme lassen sich mit einem gekonnten Fingerdruck austauschen. „Der Schirm passt auf jede E27-bzw. E14-Fassung mit Schraubgewinde“, sagt Ulrich Huber. Damit sind die Almut-Leuchten keine Technik-Exoten, sondern sehr leicht in jedes bestehende Elektro- und Wohnkonzept zu integrieren.

Architekten und Individualisten

Hochwertige Lampen aus rein natürlichen Materialien können nicht ganz billig sein. Wer also ist die Zielgruppe, die Almut von Wildheim anspricht? „Wir sprechen die Sprache von Hoteliers, Architekten, Raumausstattern, Lichtplanern – sowie jedes designliebenden Projektstarters, dem hochwertige, individuelle und natürliche Leuchten wichtig sind“, heißt es dazu vom Unternehmen. Schnell und billig gekaufte Massenware, die nach wenigen Jahren am Müll landet, wird auch im Einrichtungsbereich immer kritischer hinterfragt. Für wertige und vor allem nachhaltige Gegenstände sind immer mehr Menschen bereit auch etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Mit den Jahren amortisieren sich solche Anschaffungen ohnehin: der Preis wird vergessen, der Wert bleibt.

Startup auf Erfolgskurs

„Wir brennen fürs Gleiche, aber wir sind unterschiedliche Charaktere und ergänzen uns so perfekt“, sagt Stefanie Graber. Während sie sich um alle Marketingaktivitäten des jungen Unternehmens kümmert, ist Ulrich Huber, der Kreative, der Bastler und der Umsetzer der Ideen. Doch ein Unternehmen zu gründen heißt nicht nur eine gute Idee zu haben. Clemens Pfefferkorn, der für Wachstum, Zahlen und den wirtschaftlichen Erfolg zuständig ist, kann ein Lied davon singen: „Unternehmensgründen ist das teuerste und längste Fortbildungsprogramm der Welt!“ Unternehmensgründen ist aber auch die schönste Möglichkeit eigene Ideen umzusetzen, auf den Markt zu bringen und andere zu begeistern. Und genau diese Chance will das Trio von Almut von Wildheim weiter nützen. Denn wie gesagt: „Was wir genug haben ist Herzblut!“

 

 

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